letzte Änderung:
 28.05..2020

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die Stadttore

 

Für Maler bis zum 19. Jahrhundert gab es wahrscheinlich wenig Grund ein Stadttor abzubilden, und nach der Erfindung der Fotografie gab es keine Stadttore mehr. Die Eschweger Stadtmauer wurde fast komplett beseitigt und die Materialien für sinnvollere Bauprojekte verwendet. Deshalb gibt es keine oder wenige
Bilddokumente aus dieser Zeit.
(
Von Ernst Metz (1892-1973) gibt es zahlreiche Werke, die das Aussehen der Stadttore im 19. Jahrhundert) realistisch darstellen.)

Die Abbildungen auf dieser Seite sollen nur der Standortbestimmung dienen.

 

1. Pommertor (auch Böhmertor), zuvor Mühlpforte.

Unter dem Berge, am Ostende des damaligen Cyriacusberges, etwa bei der Tränenbrücke.Hier begann die eigentliche Stadtmauer in Süd-Ost Richtung, weil die Nordseite weitgehend durch die Werra und den Berghang mit einer schwachen Mauer gesichert war
.
1840 wurde es abgebrochen.
 

das Pommertor vor 1637
(rechts die Altstädter Kirche

(Kupferstich um 1630, Ausschnitt)

 

2. Dünzebacher Tor
 
stand a
m Standort des verbliebenen letzten Turmes (von ehemals zwei), der gleichzeitig einer der wenigen Überreste der ehemaligen Stadtmauer ist.
(Mauerstraße / Neustadt / Brühl / Hinter der Mauer)
erstmals erbaut: vor 1322
Ein Turm ist noch erhalten, der andere wurde 1792 abgebrochen.

 

 

 3. Boyneburger Tor

im Bereich Mauerstraße / Klosterstraße
erbaut: vor 1321
abgerissen: 1823

 

4. Leimentor oder Altes Tor

Zwischen Klosterstraße und untere Anlagen. Ursprünglich kann es irgendwo zwischen Stad und Breite Straße gelegen haben.
Auch das Leimentor verlor später an Bedeutung und wurde schließlich “Teichpforte” genannt, wegen des davor liegenden Teiches, der durch den Goldbach gespeist wurde.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es durch ein Gattertor ersetzt. Ein gleichzeitig daneben errichtetes Haus (neben dem später erstellten Löwendenkmal) war bis in die 1960er Jahre bewohnt, bevor es wegen der ersten Umgestaltung der Anlagen abgebrochen wurde.

 

Pommer1
Pommertor
DünzebacherTurm1
Boyneburger2a
Leimentor

5. Honer Tor, später Neues Tor

Ursprünglich etwa bei der mittleren bis oberen Forstgasse gelegen, wurde es später mehrfach weiter westlich verlegt, und dann - nach dem Bau und den Erweiterungen des Landgrafenschlosses - 1791 ungefähr in die Friedrich-Wilhelm-Straße, etwa beim Amtsgericht. Das Gebiet der Bahnhofstraße gehörte damals noch zum Schlosspark, der mit einer eigenen Mauer umgeben war.
 

Bild rechts:
Links neben dem Pavillon des Schlosses ist noch die Schlossgarten-Mauer zu erkennen, die dann bis zum “Neuen Tor” und weiter Friedrich- Wilhelm - Straße und Goethe-Straße bis zur Werra führte. 
 

schlossmauer

6. inneres und äußeres Brückentor

Das innere Brückentor entstand 1473, zeitgleich mit dem Bau der ersten Brücke aus Stein. Vorher gab es aber ein schon 1357 erwähntes Tor, und vermutlich auch andere Brücken.
Das äußere Brückentor wurde 1557 zeitgleich mit der 2. Brücke gebaut
.

 

die erste Werrabrücke
Vor und hinter der Brücke standen bis 1793 die inneren Brückentore, danach entstand hinter der der Brücke der Turm ohne Tor. Das vor der Brücke damals neu errichtete Tor wurde 1863 abgebrochen.

Die drei links vor der Brücke stehenden Häuser und alle damals flussaufwärts der Werra stehenden Häuser und Gärten wurden in den 1970er Jahren beseitigt .

 

Der Turm (Bild oben rechts) hinter der Brücke wurde später durch das Gebäude (Bild rechts) ersetzt. Die Häuser auf der linken Seite blieben erhalten, so wie viele andere Bauwerke in der Brückenstraße aus dieser Zeit.

 

 

die Brückentore vor 1637
(Kupferstich um 1630, Ausschnitt)

 

die zweite Werrabrücke
Hier hat das frühere äußere Brückentor gestanden, das Gebäude wurde später gebaut.

Die kleine Kapelle "zum heiligen Geist" - hinter der zweiten Werrabrücke in Richtung Grebendorf - erinnert auch an das Siechenhaus das daneben stand. Dorthin wurden in früheren Zeiten alte und schwerstkranke Menschen außerhalb der Mauer zum Sterben gebracht.
(Heute befindet sich neben der Kapelle eine moderne Altenheim
GmbH.)

Brückentor

die erste Werrabrücke um 1900 (Foto: Oscar Tellgmann)

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© CC-Lizenz 3.0 by-nc www.Schulberg.de

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2.Bruecke

die zweite Werrabrücke um 1900 (Foto: Oscar Tellgmann)

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© CC-Lizenz 3.0 by-nc www.Schulberg.de

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Es gab noch weitere kleine Zugänge in der Stadtmauer:

 

a) Die Schlossmühle

befand sich außerhalb der Mauer, auch hier gab es eine kleine Pforte.
(auf dem Bild vorne die Mühlpforte, dahinter der Zugang zum Schloss)

(Kupferstich um 1630, Ausschnitt)

 

b) Eine Treppe

führte bis in die 1970er Jahre neben dem 1840 errichteten Schulgebäude zur Straße “Unter dem Berge”, (damals “Fischerstaate”) Bis zum 19. Jahrhundert gab es hier eine kleine Pforte, damit die direkt vor der Stadtmauer gelegenen Häuser zu erreichen waren.

 

c) das "Todtentor"

Eine kleine Pforte - bei der Friedenstraße / untere Anlagen - war der Zugang zu dem bis 1854 an den Anlagen gelegenen Friedhof.

Deshalb hieß die Friedenstraße bis 1880 “Todtengasse”

 

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Schloßmühle 1637_kl1
Treppe

die Treppe wurde in den 1970er Jahren aufgeschüttet

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die Friedenstraße um 1900                                      Foto: Oscar Tellgmann